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Arbeitnehmerveranlagung 2017: Jetzt Geld zurückholen!

Auch für Arbeitnehmer gibt es zahlreiche steuerliche Absetzmöglichkeiten: Dazu zählen die Kinderbetreuungskosten und Spenden, aber auch der Kinderfreibetrag. Diese Absetzposten können nicht über die Lohnverrechnung berücksichtigt werden. Nur durch die Arbeitnehmerveranlagung kommt man in den Genuss des Steuervorteils.

Negativsteuer 2016 (Sozialversicherungserstattung)

Wenig verdienende Arbeitnehmer erhalten vom Finanzamt für das Jahr 2016 die Negativsteuer (jetzt Sozialversicherungserstattung genannt) von bis zu EUR 400,00 gutgeschrieben. Auch Pensionisten mit niedrigen Pensionen bekommen eine Negativsteuer von bis zu EUR 110,00 vom Finanzamt ausbezahlt.

Diese Gutschrift erhalten Arbeitnehmer und Pensionisten, die aufgrund des niedrigen Einkommens keine Lohnsteuer bezahlen, bei denen aber Sozialversicherungsbeträge einbehalten wurden. Das Ausfüllen der Arbeitnehmerveranlagung ist hier besonders einfach: es reichen die persönlichen Daten (Name, Adresse, Sozialversicherungsnummer), die Zahl der bezugsauszahlenden Stellen und die Kontonummer!

Was ist absetzbar?

Arbeitnehmerveranlagung: Sonderausgaben

Im Rahmen der Sonderausgaben sind Kirchenbeiträge und Spenden absetzbar. Sonderausgaben für Beiträge zu Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen sind nur dann absetzbar, wenn die Versicherung bis Ende 2015 abgeschlossen worden ist. Das gilt auch für Ausgaben für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung.

Arbeitnehmerveranlagung: Werbungskosten

Beruflich bedingte Ausgaben, beispielsweise zur beruflichen Fortbildung oder Umschulung, die vom Dienstgeber nicht ersetzt wurden, können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Als außergewöhnliche Belastungen kommen beispielsweise Krankheitskosten, Zahnarztkosten, Ausgaben aufgrund einer Behinderung und Pflegekosten in Betracht.

Wer sich zu viel bezahlte Steuern vom Finanzamt zurückholen will, kann beim Wohnsitzfinanzamt einen Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung stellen – das gilt für alle in Österreich beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und auch für Pensionisten. Dazu benötigt man das Formular L1, das beim Finanzamt aufliegt oder über die Website des Finanzministeriums bestellt werden kann. Die Arbeitnehmerveranlagung kann auch direkt im Internet über FinanzOnline erstellt werden (https://finanzonline.bmf.gv.at ). Damit können Sie sich auch selbst die voraussichtliche Steuergutschrift errechnen. Die Arbeitnehmerveranlagung kann jeweils für die letzten fünf Jahre beantragt werden. Im Jahr 2017 kann daher letztmals für das Jahr 2012 eine Steuerrückzahlung erreicht werden.

Neuerungen bei der Sonderausgabenabsetzbarkeit

Spenden, Kirchenbeiträge, Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung und Kosten für den Nachkauf von Versicherungszeiten, die ab dem Jahr 2017 geleistet werden, sind nur noch dann als Sonderausgaben absetzbar, wenn sie vom Zahlungsempfänger (elektronisch) ans Finanzamt gemeldet werden. Dazu benötigt der Zahlungsempfänger den Vor- und Zunamen (so wie im Melderegister angegeben) sowie das Geburtsdatum des Zahlenden. Die Berücksichtigung als Sonderausgabe kann darüber hinaus grundsätzlich nur bei jener Person erfolgen, für die die Meldung ans Finanzamt vorgenommen wird.

Für einzelne Sonderausgaben (Kirchenbeiträge, freiwillige Weiterversicherung einschließlich Nachkauf von Versicherungszeiten in der Pensionsversicherung, nicht aber Spenden!), die für den (Ehe-) Partner oder die Kinder geleistet werden, besteht die Möglichkeit, eine geänderte Zuordnung beim Finanzamt zu beantragen.

Tipp zu Spenden und Kirchenbeiträge

Achten Sie insbesondere bei Spenden und Kirchenbeiträgen darauf, dass Sie Ihre persönlichen Daten möglichst bereits mit der ersten Zahlung bekanntgeben – andernfalls kann die geleistete Sonderausgabe uU nicht steuermindernd bei Ihrer Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt werden.

Die antragslose Arbeitnehmerveranlagung

Ab 2017 entfällt für viele Arbeitnehmer und Pensionisten die Notwendigkeit, die Steuergutschrift – zum Beispiel für die Negativsteuer – mittels Formular zur Arbeitnehmerveranlagung beantragen zu müssen. Für das Veranlagungsjahr 2016 gibt es erstmals die „antragslose Arbeitnehmerveranlagung“. Wenn Sie bis Juni 2017 kein Formular beim Finanzamt einreichen, wird die Finanzbehörde in bestimmten Fällen die Veranlagung ab dem 2. Halbjahr 2017 automatisch durchführen. Davor erhalten Sie von der Finanz ein Schreiben, in dem Sie über das neue Service informiert werden und das auch die bei der Finanz gespeicherten Kontodaten für die Rückzahlung der Gutschrift enthält. Überprüfen Sie die Kontodaten und informieren Sie das Finanzamt, falls sich Ihre Bankverbindung geändert hat.

Sollten Sie mit dem Ergebnis der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung nicht einverstanden sein, weil Sie bspw. noch zusätzliche Kosten absetzen wollen, so können Sie innerhalb von fünf Jahren eine Arbeitnehmerveranlagung mittels Formular oder FinanzOnline einreichen.

 

2017-06-30T15:12:23+00:00 30.06.2017|